Aufgelesen
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Anmerkungen zu Allem
11.2.03
Evelyn Roll hat zu Weihnachten einen DVD-Spieler bekommen. Nun ist sie süchtig und verrät das Popcornrezept für Daheim. "Nie wieder Kino also. Dafür etwas häufiger zur Post. Ein gepflegter DVD-Handel geht so: Man kauft – bei Amazon zum Beispiel – eine gebrauchte DVD für 9 Euro, und verkauft sie, wenn man sie angeschaut hat, für 8 Euro wieder."
Es soll ja auch Leute geben, die sich neue DVDs bei Amazon bestellen und sie wegen einschlägiger Gesetze zum Kauf übers Internet nach vierzehn tagen wieder zurück geben. Und solche, die beim Händler um die Ecke eine DVD kaufen und sie mit den Worten: "Ist kaputt, hackt und rüttelt bei Minute 42!" gegen Geld-zurück nach dem Sehen eintauschen. Aber das ist ja wenigstens mit dem großen Zeh jenseits der Legalität, und deswegen schreiben wir es nicht.

Aufgelesen von Ulrich um 08:14
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14 Regeln für den Umgang mit Harald Schmidt liefert Christof Weigold in der Süddeutschen. Der ehemalige Autor im Team von Schmidt: "Das ist eine Unterhaltungssendung. Wie es in Ihnen wirklich aussieht, interessiert keine Sau. Merken Sie sich das. Sie spielen eine Rolle und präsentieren das Image, das Sie gerne präsentieren möchten. Alles andere können Sie bei Bio erzählen, wenn Sie zum Thema „Meine schwere Kindheit“ eingeladen sind."

Aufgelesen von Ulrich um 08:07
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10.2.03
Auf der Suche nach dem Pop-Messias. Worum geht es beim RTL-Talentschuppen „Deutschland sucht den Superstar“? Fragt sich Oliver Fuchs unter der netten Schlagzeile Du bleibst meine Knutschkugel in der Süddeutschen. in Zeiten, in denen es vielleicht gar keine wirklichen Superstars gibt, "fahndet nun ausgerechnet die deutsche Nation, die sich mit Pop immer ein bisschen schwer tat, nach einem Messias." ... "Im Halbfinale stehen sich am 1. März nun also Daniel (17), Juliette (22) und Alexander (19) gegenüber. Keiner von den dreien hat das Potenzial zum echten Superstar, aber jeder ist auf seine Weise ein Talent: Juliette kann singen, Alexander ist lernfähig und Daniel – der bayerische Boy George. Der bisexuelle Kindergärtner hat die Stadt Eggenfelden auf die Landkarte des Pop gesetzt, die offizielle Internet-Seite des Ortes ist jetzt ständig überlastet."

Aufgelesen von Ulrich um 13:47
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Kurioser Kopf. Montags ist Aufmacher-Tag in der Süddeutschen Zeitung. Heute schreibt Peter Glotz über Walter Dirks. "Seine größte Lebensleistung sind ohne Zweifel die Frankfurter Hefte, die er noch 1945 gemeinsam mit Clemens Münster (in späteren Jahren Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks) und Eugen Kogon gründete. ... Die intellektuell anspruchsvolle Zeitschrift Frankfurter Hefte verkaufte ihre besten Ausgaben kurz nach dem Krieg 75000 Mal. Heute sind für Kulturzeitschriften schon Auflagen von 5000 Exemplaren beachtlich." Schön auch diese Episode: "In die große Politik geriet er [Dirks] 1950, als er seinen berühmtesten Essay Der restaurative Charakter der Epoche schrieb, in dem er Adenauers faulen Frieden mit jenem Teil des Bürgertums angriff, der die Nazis mitgetragen hatte. Adenauer reagierte in der im eigenen genialen Simplizität „Wat der Herr Dirks schreibt, dat is janz falsch.“ Dass Adenauer sich überhaupt zu einer Replik herabließ, zeigt, welch mächtiger Publizist Dirks war."
PS: Warum die SZ immer noch nicht zählen kann, bleibt ihr Geheimnis: Dieses ist die zehnte Folge, weil es schon neun davor gab. Die SZ aber zählt 7, 8, 8, 9...

Aufgelesen von Ulrich um 07:38
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9.2.03
Bild am Sonntag. Der Große Garten liegt heute mitten in Dresden – doch als er ab 1676 entstand, war er weit vor den Toren der Stadt. Nur eins hat sich im Prinzip nicht geändert: Er ist gut für Lustbarkeiten, die vor 300 Jahren im Palais im Großen Garten stattfanden. Heute ist der Garten ein Paradies für Skater, Spaziergänger, Erholung Suchende.

Großer Garten Dresden. Bild: UVS

Großer Garten, Dresden. Aufgenommen am 7.2.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 09:45
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8.2.03
Diäten. Es ist ja bekannt, dass der Aufleser gerne isst und trinkt und ungerne Sport betreibt. Weniger bekannt aber ist, dass er damit Trendsetter ist: Morgen schreibt, wie ungewöhnlich gut informierte Kreise zu berichten wissen, die schweizerische Sonntagszeitung, dass Alkohol besser für die Gesundheit ist als Sport und warum Männer für die Gesundheit mehr Promille brauchen als Frauen. Natürlich freut sich da unsereins, wenn Ärzte heute Alkohol in Maßen besser finden als kalorienarme Diäten oder regelmäßiges Sporttreiben. Und dennoch: Wir haben 2003 zum Jahr der erfolglosen Diäten erklärt und praktizieren gerade wieder eine. Bilanz nach einer Woche: 2 Prozent Gewichtsverlust. Ist doch was: Wenn ich das Jahr durchhalte, wiege ich am Ende desselben nichts mehr.

Aufgelesen von Ulrich um 18:13
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Fortschritt. Die alten Jeans waren irgendwie abgetragen - am Po und auf den Oberschenkeln, vom Sitzen und Schwitzen. Nun gibt es neue: Die sehen von vornherein abgetragen aus, weil die Farbe an eben jenen Stellen von vorn herein fehlt.

Aufgelesen von Ulrich um 18:00
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Kult-Treff aufgetaucht. Der Keller von Karstadt in Dresden war direkt nach der Wende Kulttreff für Wessis, vor allem am späten Nachmittag und am Samstag. Im August vergangenen Jahres versank die Feinkostabteilung (denn die war im Keller) in den Fluten der Weißeritz. Nun wurde der Treff wieder eröffnet – im Karstadt gegenüber. Und alles ist schöner, heller, teurer...

Aufgelesen von Ulrich um 17:41
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7.2.03
Tendenz zum Zweitblog. Die einen wähnen das Webloggen in der Sinnkrise, die anderen eröffnen ein zweites (drittes... viertes...) Weblog. Auch dieses hätte man bis vor drei Tagen noch hier gelesen. So isses.

Aufgelesen von Ulrich um 11:19
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Der Hühnerdieb und der Krieg. "Würde Powell seine Fotos und Zeichnungen in einem Gerichtsverfahren vorlegen – kein Gericht der Welt, kein rechtsstaatliches jedenfalls, würde einen Angeklagten auf der Basis dieses Beweismaterials verurteilen. Auf der Basis solchen Materials würde vielleicht ein Hauptverfahren eröffnet, aber gewiss keine Verurteilung gestützt. Die Anforderungen an die Verurteilung eines Hühnerdiebes sind also wesentlich höher als die, die offensichtlich zur Begründung und Rechtfertigung eines Krieges genügen sollen." Schreibt Heribert Prantl in der Süddeutschen. Der Mann ist übrigens nicht nur scharfsinniger und hervorragend schreibender Journalist, sondern auch gelernter Staatsanwalt.

Aufgelesen von Ulrich um 11:03
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Warum haben unsere amerikanischen Freunde eigentlich immer nur Bilder von abfahrenden und abfahrbereiten LKWs und nie solche von ankommenden? Machen die dann erst Pause? Oder haben sie etwa auch Bilder von den LKWs bei der Ankunft, wo man sieht, dass sie lediglich Cola-Kisten ausladen? So viele Fragen!

Aufgelesen von Ulrich um 10:46
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Privatdienstlich. Man muss in diesen harten Zeiten ja auc h mal eine Lanze brechen für unsere amerikanischen Freunde: Denn im Land der beschränkten Unmöglichkeiten fand Wissenschaftler heraus, dass US-amerikanische Arbeitnehmer zu Hause länger im Interesse ihres Arbeitgebers im Internet surfen, als sie in der Firma für private Zwecke ins Web gehen.
Was lernt uns das? Dass Firmen, die die private Nutzung des Internet am Arbeitsplatz einschränken oder unterbinden, kontraproduktiv handeln.
Und woher wissen wir das? Weil
Heise es schrieb und wir es natürlich hier beim Vor-Leser gefunden hatten!

Aufgelesen von Ulrich um 10:41
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Auflesefaul sein heißt nicht, untätig zu sein. Aber manchmal kommt alles zusammen, und wir vermelden freudig die Fertigstellung des nunmehr neunten von uns gestalteten Jahrbuchs der Sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten, die Beinahevollendung der Dokumentation zur Spendenaktion der Bürgerstiftung Dresden nach der Augustflut (an der sich auch die STIPvisiten beteiligt hatten, wodurch immerhin knapp 70.000 Euro aufs Spendenkonto der Bürgerstiftung flossen) und finally den vorläufigen Abschluss einer Zahnrundumpflege beim praktischerweise drei Treppen weiter unten (be)handelnden Zahni (wobei da auch weitere Wege lohnen: es ist lustig, und das beim Zahnarzt!).

Aufgelesen von Ulrich um 10:38
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3.2.03
Ein entspannter Skeptiker. Auch wenn sowohl Online- wie auch Printausgabe beharrlich behaupten, dass dies die achte Folge sei: Nein, es ist schon die neunte in der SZ-Serie "Aufmacher - Vorbilder des Journalismus". Hilmar Klute stellt Victor Auburtin vor, den zu kennen sich nicht viele rühmen. „Wir Feuilletonisten überleben uns nicht“ traf auf Auburtin besonders zu. Nach seinem Tod 1928 war sein Name schnell vergessen.

Aufgelesen von Ulrich um 16:30
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Sie sah es plumpsen. Die Sächsische Zeitung berichtet aus dem Gerichtssal. Es ging um das, was der Hund fallen ließ. Und das Frauchen, so heißt es, sei einfach weiter gegangen, was einer Anwohnerin dermaßen stank, dass sie mit dem Casus vor Gericht zog...

Aufgelesen von Ulrich um 14:47
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2.2.03
Too Old To Rock'n'Roll... ist sie nicht wirklich. Die Semperoper wird 125 Jahre alt, vermeldet sogar die Tagesschau, wie unser fleißiger Wahldresdner heraus gefunden hat.

Aufgelesen von Ulrich um 22:25
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Wetten dass morgen das Wort erdrutschartig das am häufigsten gedruckte sein wird? Heute verzeichnet es Google 345 Mal. Damit keine(r) den wahren Sinn vergisst, hier der Duden: Erd|rutsch, der: [plötzliche] Abwärtsbewegung großer Erdmassen an einem Hang: die schweren Regenfälle hatten einen E. ausgelöst, verursacht; Ü der Wahlausgang kam einem E. gleich (brachte einschneidende Veränderungen).

Aufgelesen von Ulrich um 21:31
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Bild am Sonntag. Ganz in weiß wollten Freunde von uns heiraten –  mehr oder minder heimlich während des Winterurlaubs in Forstau. Wir waren natürlich dennoch da, um die Frage zu diskutieren, ob und warum Schnee weiß sei. Die beiden Antworten: Wir fanden auf fast allen Bildern in Katalogen, dass Schnee eher blau ist – und danach im Internet die Antwort, warum er weiß sei: Die in den Schneekristallen eingeschlossene Luft bewirkt die weisse Farbe.
Forstau im Salzburger Land, Fageralm. Bild: UVS
Forstau im Salzburger Land, auf der Fageralm. Aufgenommen am 1.2.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 14:19
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30.1.03
Travels with Stip. Warum gibt es das Februarkalenderbild schon im Januar? Weil wir heute noch hier und hier und ab morgen da und dort sind. Sofern die Wetterverhältnisse es zulassen...

Aufgelesen von Ulrich um 11:10
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Kalender 2003: Februar Das Februarbild unseres Kalenders mit historischen Bildern aus Norden und der ostfriesischen Umgebung zeigt die Mole von Norddeich während einer Sturmflut.
Der komplette Kalender liegt
hier, und einen Text zum Bild gibt es auch wieder.
Sturmflut in Norddeich
Kalender 2003 – Februar. Ein Kalender von UVS

Aufgelesen von Ulrich um 10:57
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28.1.03
Außenansicht. Gerne lese ich, was andere über Dresden schreiben – so eine Außenansicht ist ja manchmal ganz erfrischend, um eigene Erlebnisse gedanklich neu einzutakten. Manchmal muss ich mich aber auch aufregen: Da schreibt Vinum über "Weinflorenz für Genießer" (leider nur in der totes-Holz-Ausgabe, dort S. 80-82) – und schafft es, ohne Sachsens besten Winzer auszukommen. Das ist für ein Fachmagazin schon beachtlich und lässt aufmerken: Ob da noch mehr Merkwürdigkeiten zu finden sind?
Ja, sind es, man muss gar nicht suchen. Konsequenterweise fehlt auch Dresdens bestes Restaurant, dafür findet sich die eine oder andere Emfpfehlung, über die man trefflich diskutieren könnte. Ganz schlimm wird's, wenn sich der Autor mit der Sommelière eines im Beitrag gelobten Betriebs auf Spazierfahrt begibt. Wie bemerkte unser Freund Tucholsky ganz richtig: Injeladen, nich uffgefordert...

Aufgelesen von Ulrich um 20:13
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Verheerend. Uwe-Karsten Heye, 62, ist lange Gerhard Schröders Mann für die Presse gewesen. Nun plaudert er in der Süddeutschen Zeitung mit Ingo Fischer einen lesenswerten Beitrag lang, und wir erfahren: "Der Trend geht dahin, alles so schnell und so preiswert wie möglich zu produzieren. Darunter leiden Gründlichkeit und Intellektualität. Oft wird das Gegebene unreflektiert übernommen und nur vordergründig berichtet, statt sorgfältig die Hintergründe zu analysieren. Der Online-Journalismus hat diesen Trend verstärkt. Die Verleger glauben offenbar, den fahrlässig herbeigeführten Qualitätsverlust leicht wieder aufholen zu können, indem später wieder mehr Journalisten eingestellt werden. Aber diese Denkweise ist verheerend."

Aufgelesen von Ulrich um 19:57
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27.1.03
Von der Pressepflicht. "Die erste Pflicht der Presse ist nun, alle Grundlagen des bestehenden politischen Zustandes zu unterwühlen." Sagte ein Chefredakteur der Rheinischen Zeitung, allerdings vor einigen Jahren. Woher wir's wissen? Weil Willi Winkler es schreibt, im achten Teil der SZ-Serie "Aufmacher". Es geht um Karl Marx, und es endet (wie eigentlich immer bei WiWi) nett: "Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert", formulierte Marx im Frühjahr 1845 als 11. Feuerbachsche These, "es kömmt drauf an, sie zu verändern." Es gibt viel zu tun, wie ein anonymer Philosoph meinte, packen wir’s an.

Aufgelesen von Ulrich um 08:33
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26.1.03
Bild am Sonntag. Der Markt von Pirna war vor 250 Jahren schon dem Herrn Bernado Bellotto, den sie Canaletto nannten, ein Bild wert. Zwischen 1753 und 1755 malte der Mann aus Venedig im königlichen Auftrag insgesamt elf Veduten und mindestens 15 Repliken. Das schmückt Pirna und hebt es rein bildmotivmäßig auf eine Stufe mit Venedig, Rom, Wien, Warschau und Dresden. 
Der Marktplatz zu Pirna sieht heute im Prinzip immer noch so aus wie vor 250 Jahren: mit Rathaus, Marienkirche, dem heute nach dem Maler benannten Canalettohaus und dem Schloss Sonnenstein oben auf dem Elbsandstein.
Canaletto hatte es übrigens einerseits gut: Das Bild entstand im Sommer (kurze Schatten, lockere Kleidung), es gab keine Autos und auch keine störenden Strommasten – und er hatte einen guten Standpunkt erwischt. Eine Digitalkamera mit Weitwinkel hatte er auch nicht, sondern eine Camera Obscura - und mit der konnte er fast so etwas wie ein Panoramabild verzerrungsfrei hinbekommen. Unser Bild entstand aus schlechterer Perspektive, weniger Panorama und bei gefühlten Temperaturen von Sibirien. Aber schön ist es dennoch im Pirna, das sich nach der Flut wieder mächtig bekrabbelt, und im Erdgeschoss des Hauses, in dem Canaletto stand um sein Bild zu malen, ist ein Cafè...
Ach ja: Canaletto hatte es nicht nur gut. Von 13 der 17 Dresden-Veduten sowie von acht der elf Motive aus Pirna schuf er Repliken für den Grafen Brühl. Der war seinerzeit ziemlich mächtig – und zahlte den Künstler nicht aus. Der Versuch Canalettos, die insgesamt 4.200 Taler einzuklagen, blieb erfolglos.
Der Markt von Pirna. Bild: UVS
Der Markt von Pirna. Aufgenommen am 25.1.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 10:11
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25.1.03
Pegelstände bietet dieses Juweliergeschäft in Pirna an, und zwar ausweislich des Schildes "in verschiedenen Ausführungen und Material der Jahrhundertflut. Sprechen Sie mit uns."
Vielleicht sollte mal jemand mit denen reden wo teutsch kann. Und dann jemand wo mit Geschmacklosigkeit nicht ausgestattet ist. Gerne auch in anderer Reihenfolge…

Schild in Pirna Bild: UVS

Juwelier 2003 in Pirna. Aufgenommen am 25.1.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 19:47
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Spaghetti of the Week. Die Spaghetti waren heute Penne, und zwar die, die auch Commissario Brunetti am liebsten isst. Nr. 57. Es gab mal wieder Pilze, aber man kann die Sauce ja auch anders zubereiten. Im Schnellverfahren, weil nix kompliziert dran ist: Zwei Zwiebeln würfeln (klein). Zwei Knoblauchzehen würfeln (sehr klein). 250 g Champignons schneiden (dünne Scheiben). Eine Dose (jaja...) Pizzatomaten, so um die 250 g Masse drin, großformatig öffnen.
Und nun Olivenöl in den Topf, Zwiebeln rein, Knobi dazu, rühren und Tomaten druff. Viel Pfeffer aus der Mühle, Salz nach Gewohnheit rein und einen Hauch Zucker. Köcheln lassen und hin und wieer durchrühren, bis die Penne in reichlich Salzwasser gegart sind.
Servieren mit noch mehr frisch geriebenem Parmesan.

Aufgelesen von Ulrich um 15:57
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Bild. Täglich. Bild am Sonntag (jede Woche hier!) ist ja nichts gegen das tägliche Bild, das Robert im koewi.log bei National Geographic gefunden hat. Mit den Möglichkeiten, sich das Bild als Hintergrund für den Monitor zu gestalten, eine nette Abwechslung im tristen Alltag!

Aufgelesen von Ulrich um 10:06
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23.1.03
Und zum Lunch "Die Achse des Bösen". Wenn es stimmt, dann erklärt sich das Leben mal wieder ganz einfach: Vor dem Lunch, schreibt die Süddeutsche, habe ein kanadischer Redenschreiber des Präsidenten der Vereinigten Staaten (Spezialgebiet: Wirtschaft) Schicksal spielen können in der Weltpolitik. David Frum, so heißt der mittlerweile entlassene Mann, habe da den Auftrag bekomen, für die alljährliche Präsidentenrede zur Lage der Union die Terroranschläge des 11. September mit einem möglichen Angriff auf den Irak zu verbinden. Er tat es - und seitdem gibt es die „Achse des Bösen“, wie Frum im nun erschienenen Buch „The Right Man: The Surprise Presidency of George W. Bush“ (Random House, 25,95 Dollar) schreibt. Was wir davon haben, können wir demnächst erleben.

Aufgelesen von Ulrich um 18:42
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22.1.03
Gut gesagt. "Es ist der Stolz des Unkrauts, dass es überzeugt ist, die einzige echte Blume im Garten zu sein."
Ist ja auch von Norman Mailer (aus seiner Monroe-Biographie, die derzeit auf
MDR Kultur läuft.

Aufgelesen von Ulrich um 21:03
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21.1.03
Umsonst und lesbar. Vor 60 Jahren (am 19. Januar 1943) wurde die Sängerin Janis Joplin in Port Arthur, Texas geboren. Das Geburtstagsgeschenk für ihre Fans findet man an unerwarteter Stelle: Eine exklusiv für MDR Kultur erstellte Online-Ausgabe der 1987 erschienenen Janis Joplin Biographie von Gottfried Blumenstein bietet der Sender ("Kultur ist jeden Tag") zum Download (PDF, 4,3 MB) an. Der zu DDR-Zeiten erstmals veröffentlichte Band ist runderneuert mit Erkenntnissen aus einer USA-Reise, einem Gespräch mit dem Promoter Fritz Rau, der Janis Joplins Deutschland-Konzerte betreute, und der Lektüre von neu erschienenen Büchern.
Vom gleichen Autor erschien übrigens (erstmals 1993) eine Bob-Dylan-Biographie - und ja, auch die gibt's im Netz: "Mister Tambourine Man - Leben und Musik von Bob Dylan" geht auch auf die Dylan-Rezeption in der DDR ein und kommt als PDF kapitelweise in zwei Schüben daher.
Aber Obacht: 9,3 und 8,7 MB brauchen eine gemäßigt schnelle Verbindung...

Aufgelesen von Ulrich um 21:52
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Neues von der CSU (Capitalism Support Unit). "Die Microsoft-Leute haben den Fehler begangen, sehr erfolgreich zu sein, Unmengen von Arbeitsplätzen zu schaffen und absurde Mengen an Gewerbesteuer zu bezahlen. Dies macht sie überall auf der Welt zu Gejagten. Nur in München und Bayern hat man ein Herz für solche Parias. Nun wird Bill Gates seine Schleißheimer Dependance zum Hauptquartier umfunktionieren, im Gegenzug soll eine schlagkräftige politische Schutztruppe für das Unternehmen auf geboten werden, die so genannte Capitalism Support Unit (CSU)."
Diese und andere Köstlichkeiten, wie man sie sonst nur am 1. April zu lesen bekommt, haben sich die lustigen Damen und Herren Schreiber(innen) der Süddeutschen Zeitung ausgedacht und offerieren es in der Liste möglicher Umzugskandidaten nach München.

Aufgelesen von Ulrich um 20:25
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Ist Unwort das Unwort? [updated version] Da gibt es eine Unwort-Jury, bestehend aus vier ständigen und zwei vorübergehenden Mitgliedern. Die vier sind Prof. Dr. Margot Heinemann (Görlitz-Zittau), Prof. Dr. Rudolf Hoberg (Darmstadt), Dr. Nina Janich (Regensburg) und der Sprecher der Jury Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.). Die zwei sind so genannte "Vertreter der Sprachpraxis", dieses Mal der Fernsehredakteur Dr. Wolfgang Herles (ZDF, Berlin) und der Generalsekretär des Goethe-Instituts Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard (München).
Also lauter gelehrte Leute.
Diese Herrschaften
küren das Unwort des Jahres, nicht wissend (oder gar wissend missachtend), dass es nur Worte gibt (so wie es nur Kosten gibt - die Un-Variante ist, mit Verlaub, ein Unwort). Dieses Jahr entschieden sie sich für die "Ich-AG", weil sie das nicht als netten treffend umschriebenen Begriff mit einem Zwinkern im Auge verstanden haben, sondern professoral bierernst behaupten, eine einzelne Person könne keine AG sein.
Leider wird diese Jury von den Medien sehr ernst genommen - morgen steht's in allen Zeitungen, heute schon im Spiegel. Leider dort auch mit sprachlichen Schludrigkeiten: Die Jury, lesen wir, bestünde "aus sechs Mitgliedern, darunter …" – und dann werden alle sechs genannt. Naja.
Mein Lieblingssender hatte übrigens eine Hörerumfrage gestartet. Dort siegte "Die Achse des Bösen", die auch der "unabhängigen Unwort-Jury" am meisten genannt wurde. Doch das fanden die Mitglieder nicht so gut. Vielleicht, weil die damit der Regierung keins von hinten durch die Brust ins Auge hätten auswischen können (ach ja: Jurysprecher Schlosser ist aktiver Rechtschreibreformgegner, also offensichtlich gerne dagegen...)
PS: Es gibt natürlich auch das Wort des Jahres. Dazu habe ich mich bereits am 30. Dezember 2002 ausgelassen...

Aufgelesen von Ulrich um 20:20
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20.1.03
Der Nachwelt abhanden gekommen. In der SZ-Serie "Aufmacher" schreibt Ijoma Mangold heute über Friedrich Sieburg. Sieburg? Wer is denn ditte? Ein Vergessener: "Dafür, dass er einst als übermächtiger Kritikerfürst gefürchtet war, ist Friedrich Sieburg der Nachwelt ziemlich abhanden gekommen. Von dem Bestsellerautor historischer Monographien ist heute im Handel kein Buch mehr erhältlich. Die – wie der Schriftsteller Alfred Andersch kraftmeierte – „größte und stinkendste Kanalratte in dem, was sich heute , deutsche Literatur‘ nennt“, ist dem kulturellen Gedächtnis entschwunden. ... Als Literaturkritiker im Nachkriegsdeutschland war Sieburg die große Gegenfigur zur Gruppe 47."
Und wer die Folgen 1 bis 6 der Aufmacher-Serie lesen will: Am Ende des Beitrags steht eine Linkliste!

Aufgelesen von Ulrich um 19:52
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19.1.03
Bild am Sonntag. Ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner ist die Dresdner Heide. Das rund 50 Quadratkilometer große Waldgebiet liegt im Norden der Stadt und nimmt immerhin etwas mehr als ein Fünftel der gesamten Stadtfläche ein! Ein Großteil des "neuen" Dresdens (aus der Sicht von vor einigen Jahrhunderten) gehörte früher zur Heide: Die Antonius-Kapelle lag 1476 noch mitten im Wald – unweit des heutigen Neustädter Bahnhofes! Erst im 19. Jahrhundert wurde der Heller abgeholzt, der Albertstadt fielen ab 1873 Bäume zum Opfer. Auch das Gebiet der Äußeren Neustadt, einst als “auf dem Sande” bezeichnet, war noch bis 1835 weitgehend unbebaut und wurde zur Dresdner Heide gezählt.
Ein sehr schöner Bericht über die "Hayde" stand am 10. April 1879 im Radeberger Tageblatt "Das Echo":
"Die Dresdner Heide, deren Aussehen sich in neuerer Zeit mannigfach gerade für den Dresdner geändert hat (man denke nur an Casernopolis) ist von Osten nach West fast vier Stunden, von Nord nach Süd volle drei Stunden lang. ... Ein Verirren in der Heide ist am Tage nicht gut denkbar für Leute, die sich nur einmal das regelmäßige Netz der neuen Waldwege angesehen haben. Denn während die alten Waldwege vom Mittelpunkt des großen Saugartens vor der Hofewiese bei Langebrück ausliefen und sich in allerlei Richtungen, jedes Beschwernis meidend, wie Schlangen durch die Heide wanden, so ist das neue Netz streng mathematisch angelegt."
Alter Baum in der Dresdner Heide. Bild: UVS
Alter Baum in der Dresdner Heide. Aufgenommen am 19.1.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 17:36
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16.1.03
Sage mir wo du wohnst... und ich sage dir, wer neben dir auch im Netz ist. Das ist, in wenigen drögen Worten, die Idee hinter GeoURL ICBM. Geo URL zeigt nämlich alle (ebenfalls mitmachenden) Websites an, die rund um die eigene beheimatet sind – und das ist wörtlich zu verstehen, denn das gute alte Wort homepage bekommt einen ganz neuen, nahezu ursprünglichen Sinn.
Und das geht so: Ich gebe auf meiner eigenen Seite Breiten- und Längenangabe des Ortes ein, an dem ich wohne (oder über den ich schreibe). Wie das geht, beschreibt Martin Röll ausführlich – er empfiehlt Maporama, um die entsprechenden geographischen Koordinaten heraus zu bekommen. Gute Empfehlung: Die Seite Visit Dresden beispielsweise zeigt mit den Koordinaten 51.0541 , 13.7362 auf den Zwinger – für eine Stadtführerin in Dresden eben die zentrale Stelle. Und deswegen ist sie, wie ein Klick in den Geo-URL-Button oben auf dieser Seite zeigt, auf diese Weise meilenweit vom Aufleser entfernt ;-)
Was uns das bringt? Erst mal nur Spaß – aber wenn man den euphorischen Ausführungen des oben verlinkten Herrn Röll glaubt, in eine "spannende" Entwicklung. Wir werden es erleben...

Aufgelesen von Ulrich um 22:27
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14.1.03
An-ständig. Nun weiß ich, was da gefehlt hat: Harald Schmidt ist wieder da. Mampfend (Schwarzwälder Kirsch von C&W, die haben es verdient) sinniert er über Napoleon, den Kanzler, den Pessimismus, den Bundespräsidenten, den Optimismus – und lässt eine Gegendarstellung verlesen. Welcome back!

Aufgelesen von Ulrich um 23:44
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13.1.03
Geburtstage zu früh - zu spät. Der Spiegel kommt heute, wo Focus sein Zehnjähriges gut eine Woche zu früh zelebriert, mit einem Glückwunsch in eigener Sache gezielt zu spät: Auf Seite neun gratuliert sich, ganzseitig, der Spiegel in der Süddeutschen: "Die Nr. 1. Der Spiegel hat Geburtstag. Vor 56 Jahren - am 4. Januar 1947 - erschien die legendäre Nummer 1." Weiter hinten, auf der linken Seite 20 mit einer Viertelseite etwas bescheidener: Focus.
Ach ja. Die letzte Zeile der Spiegel-Anzeige: "Geblieben ist die Nummer 1: Die Position als das deutsche Nachrichten-Magazin." Glückwunsch!

Aufgelesen von Ulrich um 16:20
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Wichtige Quelle zum Alltagsleben. Manchmal ist es gut, dass es Serien gibt. Die in der Süddeutschen über Aufmacher stellt heute Karl August Böttiger vor. Wie, den kennen Sie nicht? Macht nichts, Hermann Unterstöger (auch einer von denen, wo man sich auf die Lektüre freut) stellt die"wichtige Quelle zum Alltagsleben des klassisch- romantischen Zeitalters" vor: "In Goethes Augen war Böttiger einer „der gründlichsten Schufte, die Gott erschuf“ – ein Hammer, wie er heutzutage immer wieder auch den Boulevardjournalisten auf den Kopf fällt. Mittlerweile neigt man dazu, Böttigers Aufzeichnungen als wichtige Quelle zum Alltagsleben des klassisch- romantischen Zeitalters zu nehmen. Die Kollegen vom Fach Klatsch & Tratsch mögen, wenn sie wollen und auch ansonsten Böttigers Format haben, sich daran aufrichten."

Aufgelesen von Ulrich um 16:10
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12.1.03
Bild am Sonntag. So klein und so nackt – bedeckt nur mit dem Neuschnee der Vorwoche. Im Namen aller Putten in Dresden und anderswo: Es soll warm und Frühling werden! Aber nicht Schmuddelwetter, gell?
Putten am Beyer-Bau der TU Dresden. Bild: UVS
Putten am Beyer-Bau der TU Dresden. Aufgenommen am 9.1.2003. Bild: UVS

Aufgelesen von Ulrich um 17:10
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