Dumm gelaufen. Unser LWL (Lieblings-WebLog) macht auf einen nettes Stück Realsatire aufmerksam. Vorsicht: Nicht mit voller Blase lesen - könnte knapp werden ...
Leseschwäche. Warum stellen Logistikunternehmen nur immer Leute an, die nicht lesen können? Ein Lieferant hatte German Parcel wichtige Post an mich anvertraut - und was ergab das Trecking? Das Paket ist seit gestern "am Lager Depot 18", weil angeblich die Adresse falsch ist. Die Adresse war aber richtig, der Fahrer konnte nur nicht lesen (der Name steht am Klingelschild, am Briefkasten, an der Tür). Ich fahre jetzt zum Depot das Paket abholen! Statt ein neues Branding einzuführen, sollte GLS seine Leute zur Leseschule schicken!
Alt geworden. Die kultige Gruppe Rosenstolz ist auch nicht mehr, was sie mal war. Im Hochschulmagazin Unicum posieren sie mit Mensaessensteller fürs Titelbild und behaupten, das Essen der Sex des Alltags sei. Teil des Textes:
"Peter: Also, der Fisch ist schon mal lecker.
AnNa: Das ist Cordon Bleu und kein Fisch!
Peter (lacht): Ach ehrlich?" Was man nicht alles tut, um die neue CD zu promoten...
Wer kennt Erhart K.? Das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Landeshauptstadt Dresden pflegt seine grundlegenden Pressemitteilungen mit Zitaten berühmter Persönlichkeiten zu schmücken. Goethe (natürlich), Umberto Eco, Gerhart Hauptmann, Erhart Kästner. Erhart? Wer is denn ditte?? Kennt den jemand? Bitte melden!
Thanks for all the fish. Zwischen Tag der Deutschen Einheit, an dem wir trotz des Donnerstags eine subtile Fish-Kombination trafen, und dem kommenden Erntedank ist es Zeit, eines feinen Stücks Literatur (nämlich von Douglas Adams, The Hitch Hiker's Guide to the Galaxy) zu gedenken:
"It is an important and popular fact that things are not always what they seem. For instance, on the planet Earth, man had always assumed that he was more intelligent than dolphins because he had achieved so much - the wheel, New York, wars and so on - whilst all the dolphins had ever done was muck about in the water having a good time. But conversely, the dolphins had always believed that they were far more intelligent than man - for precisely the same reasons.
Curiously enough, the dolphins had long known of the impending destruction of the planet Earth and had made many attempts to alert mankind of the danger; but most of their communications were misinterpreted as amusing attempts to punch footballs or whistle for tidbits, so they eventually gave up and left the Earth by their own means shortly before the Vogons arrived.
The last ever dolphin message was misinterpreted as a surprisingly sophisticated attempt to do a double-backwards- somersault through a hoop whilst whistling the "Star Sprangled Banner", but in fact the message was this: So long and thanks for all the fish."
Was hat sie bloß... Beim ernsthaften WAZ-Recherchieren über die Frühjahrs- und Sommerkollektion 2003 gestolpert, die in Mailand gezeigt wird. Und wie immer stellt man (Mann) sich angesichts der Schönen die Frage, warum die alle so toll aussehen und ob das verbindlicher Maßstab sei? Die Antwort, mein Freund, weiß ganz allein der Spiegel: Was da rausguckt, erübrigt alle weiteren Fragen nach Dichtung und Wahrheit. Und Chancen.
Konzentration. Die Sächsische Zeitung soll nach Gemunkel aus der Redaktion der örtlichen Konkurrenz Dresdner Neueste Nachrichten nun wirklich an die WAZ verkauft werden. Vor einigen 30 Jahren wäre das noch ein Grund zum Aufschrei gewesen, aber mittlerweile gehört dem Konzern ja eh die halbe Presselandschaft - und allen Unkenrufen zum Trotz haben die knallharten Sparer des Ruhrpott-Konzerns es den Redaktionen jeweils recht gut ergehen lassen (will sagen: sich nicht so doll eingemischt, dass es schlimmer als vorher war). Mal sehen, wann die SZ den Deal vermeldet - bislang dementiert sie, wie es sich gehört... [Es gehörte in den wilden Kaufjahren zum guten Ton eines WAZ-Aufkaufs, dass die Angehörigen des erworbenen Blattes mit Ausnahme des Pförtners, der Chefsekretärin und des Verhandlungsführers dies aus der nicht mehr eigenen Zeitung erfuhren.]
Flutopfer. Wenn man selbst betroffen ist, verdrängt man das Leid der Anderen: Nicht nur Dresden braucht Touristen, damit nach der FLutwelle nicht die noch größere Pleitewelle über die Leute schwappt - auch Prag hat es am 13./14. August hart getroffen. Nun bleiben die Touristen weg, obwohl es für sie nur wenig Einschränkungen gibt: Ein paar Gaststätten haben zu, einige Museen ebenfalls - aber das meiste, was an einem Tag oder Wochenende zur Tippeltappeltour des Normaltouristen gehört, lässt sich realisieren. Und: Hotels bieten derzeit extrem gute Konditionen...
Den Bericht über Prag kann man demnächst auf den STIPvisiten nachlesen. Dort gibt's auch die Möglichkeit, einen Newsletter zu bestellen (in dem der Report zeitnah angekündigt wird).
Luxus. Am vergangenen Wochenende erholten wir uns in Weimar bei Recherchen und genossen den Luxus des ersten Thüringer 5-Sterne-Plus-Hotels "Elephant". Was aber ist Luxus? Vor allem nicht das, was die Prüfer der Dehoga abfragen, sondern eher die nicht dingfesten Momente: Atmosphäre (Kunst an den Wänden zum Neidisch werden) zum Beispiel oder der Augenblick beim Frühstück, wo die Servicemaus beim Abräumen der Teller den Gast (den sie nicht kennt) mit Namen anspricht.
Wenn nun noch alle Raucher aus dem Frühstücksraum verbannt würden, bekäme das Haus als erstes in Deutschland den sechsten Stern :-)
Redigiervorlage. Immer wieder ein Born der Freude ist das monatliche Vorwort von Chefredakteur Peter Ploog. Zum 30jährigen Jubiläum der von ihm geleiteten Zeitschrift "essen & trinken" liefert er wieder einen Text, der in der Henri-Nannen-Schule wunderbar als Redigiervorlage dienen könnte. Leser, redigieren Sie:
"Sie müssen nicht erschrecken: Ich möchte Sie jetzt nicht mit Perlen der Weisheit zum Thema Alter und Jugend enervieren. Ich werde Ihnen also die Erkenntnis Sainte-Beuves ersparen, daß die Zeitspanne zwischen zu jung und zu alt leider zu kurz sei. Auch La Rochefoucaulds Weisheit, daß man mit dem Alter dümmer und weiser wird, enthalte ich Ihnen vor. ... Ich bin mir sicher, daß Ihnen dieses Heft so gut schmecken wird wie all die vergangenen und all die kommenden. Guten Appetit!" Lieber Peter Ploog: Jahrzehnte währendes Lesen unverdaulichen Textes haben ein Ende - die E & T-Kündigung ist per Snail-Mail unterwegs!
Geschmacklos? Unbedacht? Auch gute Zeitungen haben manchmal einen schlechten Tag. Die Süddeutsche Zeitung platziert auf der Seite 2 heute zwei Meldungen untereinander, deren Titel in einer seriösen Zeitung so nicht untereinander gehören: “Bischöfe beraten über sexuellen Missbrauch” (ist für sich allein schon nicht gut, weil es eher um Maßnahmen gegen derlei Schweinkram geht) steht in direkter Nachbarschaft zu “Thierse: Die Kinder mitreden lassen”. Die Thematik scheint mir zu ernst für subtile Titelspielerei.